Brunnenfest 2013


  ➡ Hinweis: Bildergalerie (Slideshow) zum Brunnenfest
am Ende des Beitrages

Um 09:00 Uhr begann das 3.Brunnenfest bei anhaltendem Regen mit einer
Eucharistiefeier

im Festzelt.
Pfarrer Mrziglod zelebrierte vor fast 50 Gläubigen den Gottesdienst.

 

Der Regen wollte einfach nicht aufhören.


Um 10.30 Uhr begrüßte
Ortsbürgermeister Klaus Scherer
die anwesenden Mitbürgerinnen und Mitbürger,
sowie die Gäste aus Nah und Fern zum Brunnenfest.

Man müsste eigentlich zum Wintergrillen
am 26.Januar begrüßen, aber es ist heute tatsächlich
der 26. Mai und wir feiern
trotz des miesen Wetter gemeinsam unser

 Brunnenfest 2013,
so die Worte des Ortsbürgermeisters.



Er begrüßte den Schirmherrn Ministerialdirigent a.D.
Martin Decker aus Ingelheim

die zahlreichen Ehrengäste
aus Politik und Wirtschaft
den Landrat des Landkreises Mayen-Koblenz
Herrn Dr. Alexander Saftig
den Bürgermeister der VG Maifeld
Herrn Maximilian Mumm
seine Amtskolleginnen/-kollegen
aus Ochtendung
Ortsbürgermeisterin Rita Hirsch
aus Polch
Stadtbürgermeister Günther Schnitzler
aus Einig
Ortsbürgermeister Hans Münch
aus Pillig
Ortsbürgermeister Tilman Boehlkau
aus Trimbs
Ortsbürgermeister Peter Schmitt
und später aus Kollig
Ortsbürgermeister Robert Ollig


Bürgermeister Mumm, Landrat Dr. Saftig, Stadtbürgermeister Schnitzler

Er begrüßte von der Sparkasse Mayen
Frau Claudia Blotzki
und von der EVM
Herrn Christian Knoell.

Er bedankte sich bei allen Helferinnen und Helfern,
bei den mitwirkenden
Vereinen und Institutionen,
beim Festausschuss,
bei den Laienschauspielern
für die Mithilfe bei der Organisation,
bei der Vorbereitung, Durchführung und 
auch bei der Nachbereitung dieses Festes.
Nach den Begrüßungsworten
von Schirmherrn Decker, Landrat Dr. Saftig und BM Mumm
würdigte Ortsbürgermeister Scherer
 im Rahmen des Brunnenfestes die
IG Dorfgemeinschaftshaus
für Ihr Engagement in der Ortsgemeinde.
Die IG hatte 2012 fast die Hälfte des Festzeltes bezahlt,
2013 weitere 3 x 5 m dazugekauft und der
 OG Gering gespendet.

Die IG  trägt, durch die vielen gemeinsamen Aktionen
(Aufstellung Maibaum, Karneval,
Kirmes, Geburtstage, Ehejubiläen u.v.m.),
zu einer guten Dorfgemeinschaft  bei.
Er bedankte sich beim Vorstand
bei Claudia & Fritz Müller,
bei Dieter Schwab
sowie bei den Mitgliedern der IG.

Es wurde ein Scheck in Höhe
von 2606,62 € übergeben.

So eine tolle Dorfgemeinschaft erlebte Gering
die letzten Wochen bei der Renovierung der St. Nikolaus-Kirche.
Mehr als 40 Helfer die bereits nach 4 Wochen
über 400 Arbeitsstunden geleistet haben.
Hier bedankte sich Scherer als Ortsbürgermeister
und Vorsitzender des PGR
bei allen Helferinnen, Helfern und nannte,
stellvertretend für alle,
die beiden Organisatoren Toni und Albert Schwab.


Damit unsere Kirche im Dorf bleibt

ist ein großer finanzieller Aufwand erforderlich.
Hier können alle durch Eigenleistung oder
Spenden dazu beitragen die Kosten
zu minimieren,
appellierte Scherer an die anwesenden
Besucher des Brunnenfestes.
Auch hier war die IG wieder vorbildlich
und spendete für die Sanierung einen Betrag von
1000,00 €,
die VR-Bank  Rhein-Mosel e.G. in Mertloch
legte nochmal
500,00 € drauf.

Die Ortsgemeinde wird dem Erlös des
Brunnenfestes ebenfalls für die Sanierung der
St. Nikolauskirche  zur Verfügung stellen.
 
Jetzt wurde sich aber wieder dem Brunnenfest
zugewendet und man
konzentrierte sich auf das Volksstück
„Bradille Geiß“.

 

Das Volksstück wurde 1932 in Gering uraufgeführt,
1975 in Schulheften nochmal niedergeschrieben.

 Es war jahrelang verschollen und wurde dann 2011,
nachdem man eigentlich nicht systematisch danach gesucht hat,

 in Neuwied aufgefunden.
Leider war nur noch ein Schulheft mit dem
1. Akt und Teilen des 2. Akt gefunden worden.

Kann das Stück so gespielt werden ??

Ja, nach einigen Stunden
Übersetzung und Ergänzungen
waren die Laienschauspieler schnell gefunden
und so konnte den mehr als 150 Gäste das Volksstück

„Bradille Geiß“
heute präsentiert werden.

1885 in Gering ,
ein ganz normaler Samstagabend

1. Akt
Bauer Hummesse Juseb und Kohlewiesekläs
treffen sich am Heiligenhäuschen.


Juseb ist der Meinung, dass sie die Woche
mal wieder mit List herumgeschlagen haben
und beklagt sich über die Arbeit.
Kläs ist der Ansicht, das Juseb es doch gut hat,
er hätte ja noch eine Frau und die großen Jungs und Mädels und
das das bisschen „Kesselstoche“ das wäre doch  keine Arbeit.
Juseb beklagt aber das die „Schanze“
auch kein gemacht werden müssen
und er noch im Stall helfen muss.
Füttere und Wasserschleifen,
sei doch auch Arbeit, so seine Frage.
Kläs bedauert Juseb und zeigt ihm auf was er,
nachdem seine Frau schon 5 Jahre tot ist, alles zu erledigen hat.
Beide stellen fest das die älteste Tochter vom Kläs,
das Katt ein gescheites Frauenzimmer ist und gut studieren könnte.
Das kostet zwar viel Geld, aber das will Kläs aufbringen,
wenn Katt dadurch die Chance hat vielleicht
Lehrerin oder Doktor zu werden.
Juseb denkt daran, das die Kinder bald zum
Beten und Singen kommen,
ja  dabei noch etwas verdienen und dass es
„SchoffriggesseLis“ da eine gute Stiftung gemacht hätte.
Ja, ja des Lis.
Das Lis, das hatte doch allerhand Angst,
als die Geiß in der Bradill  wieder gemeckert hat
und die Pferde im Hof wie wahnsinnig geritten sind,
bis sie Schaum vorm Mund hatten.

Juseb meinte, dass es doch sonderbar ist,
dass bisher noch keiner die Geiß gesehen hat.
Aber da hätten doch ein paar Schlaue die Geiß
nachts gesehen, meinte Kläs.
Die „Schwätzer“ hätten es dann aber doch nicht vor
Angst ausgehalten, wenn schön die Pferde und Kühe
sich aus Angst losreisen, widerspricht Juseb.


Aber schau mal wer da kommt.

Jungfrau Ammi kommt mit Ihrem schweren Korb
aus Mayen und gesellt sich dazu.


Na, Ihr zwei seid Ihr am schwätzen, fragt Ammi.

Das grad nicht, Ammi.
Wir haben die Rede von der Bradille Geiß.

Komm setz dich, du bist doch sicher müde
und wir haben noch etwas Zeit bis die Kinder zum
Singen kommen, meint Kläs und Juseb
fordert Kläs auf doch etwas zu rutschen,
damit sich Ammi in die Mitte setzen kann,
dann hätten doch beide etwas vom Ammi.

Ja, etwas Ausruhen wäre nicht verkehrt,
aber die Finger sollten beide bei sich behalten,
denn wenn

„Alte Scheunen brennen, dann brennen sie lichterloh“
so der Kommentar von Ammi.

Juseb ist aber der Meinung, daas so ein Blödsinn
im Alter ja nicht mehr sein muss

und fragt ob die beiden schon gehört haben,
das die Geiß letzte Woche dem Lis böse mitgespielt hat.

Ammi wusste das, denn das Lis hätte im
gestern Abend alles erzählt,
es wäre noch ganz durcheinander gewesen.

„“Also, es Lis kam von Mayen auch mit so einem Korb
voll Sachen und war dabei den Korb abzustellen
um das Ave bei der Mutter Gottes zu beten.
Es war noch nicht dunkel.

Da auf einmal hört es das Meckern von der Geiß.
Voll Angst wollte es seinen Korb holen um fortzulaufen,
aber dazu kam es nicht mehr,  dass schreckliche Tier “
(dat schroohe Deer),,
wie es sagt hat, hat  direkt neben  Ihr gemeckert
und es hat deutlich gesehen wie es mit den Beinen gestrampelt hat ,
wie ein Pferd und dabei  gemeckert (geplätzt)
hat wie eine Geiß  die am „veregge“ war.“““

Ist es Lis dann fortgerannt, fragt Kläs.
Ja, wärst du nicht „stifte“ gegangen, will Ammi dann wissen.
Juseb meint sogar , dass da einige in die „Bocks“(Unterhose)
gemacht hätten, wenn die Geiß so laut gemeckert hätte.

Ammi ist der festen Meinung, das der Gemeinderat
jetzt endlich was unternehmen muss. Nur Reden setzt
doch Rost an, schimpft Ammi. Denn mit Beten und Singen
werden wir die Geiß nicht kaputt bekommen.

Die Kinder kommen aus dem Dorf um
am Heiligenhäuschen zu Singen und zu Beten.
Juseb will jetzt nach Hause, dem Ammi den Korb
heimtragen und hofft, das dafür noch ein etwas abfällt.
Ammi freut sich darüber, weiß das sie nicht mehr die
Jüngste ist aber für einen Bauern doch
bestimmt noch eine gute Frau wäre.
Kläs schaut sich Ammi noch mal an und meint,
dass so wie sie gebaut ist, wenige im Dorf geben würde.
Juseb hatte das zwar nicht so gemeint, er wollte noch ein
Schnäpschen, aber ist auch der Meinung, das der Kläs,
trotz seines Ischias und seiner Gicht,
noch eine gute Frau gebrauchen könnte,
er wäre doch ein prächtiger Mannskerl.
Ammi ist der Kläs doch zu alt, sie hätte gerne einen junge,
knackigen Kerl und bietet beiden noch einen Schnaps an,
wenn sie ihr dann den Korb nach Hause tragen.

Die Kinder sind mittlerweile eingetroffen,
beten und singen am Heligenhaus noch ein Lied.

Ammi, Juseb und Kläs gehen nach Hause,

 die Kinder sprechen über den
SPUK der Bradille Geiß.
Kätchen würde die Geiß gerne mal sehen,
Gretchen ist da ängstlicher und meint,
das das doch schrecklich ein muss.
Anton will auch nach Hause, bevor die Geiß
wirlich noch kommt, aber Lisschen beruhigt ihn,
denn die Geiß käme doch nur bei Nacht
und es wär doch nur der Geist eines Armen Menschen
der für seine Tat Büsen müsste
und auf die Erlösung warten würde.
Gretchen sagt noch, das Ihr Vater der Schöffe
gestern gesagt bhat, das das ganze so nicht weitergehen kann
und er endlich etwas dagegen tun will.
Kätchen  ist der Meinung das genug „gebatschelt“ (gesprochen) ist

und die Kinder gehen dann bei Glockengeläut nach Hause.

Während die Kinder nach Hause gehen
kommt der Heerebauer Hannesse Stoffel
mit seiner Tochter Katt zum Heiligenhäuschen
und beide sprechen über die singenden und betenden Kinder.
Auch jetzt wird der SPUK der Bradille Geiß zum Thema.


Stoffel ist Gemeinderatsmitglied und soll in der am Abend
stattfindenden Gemeinderatssitzung die
Dorfchronik dem Schöffe zurückbringen.
Er nutzt die Gelegenheit und ließt seiner Tochter
die niedergeschriebenen Texte zu den Spukgeschichten
um die Bradille Geiß vor.

Also die Bradill Geiß  kommt ja nur,
wenn es dunkel ist und keine Kerze brennt, 

denn Sie scheut das geweihte
Licht einer gesegneten Kerze.

Als Alternative hierzu  könnte man auch den Bradill trockenlegen,
dann wäre der Spuk doch mit Sicherheit gebannt
und der Unhold vertrieben, meint Stoffel.

Katt stimmt ihrem Vater zu
und meint auch das die Trockenlegung das Beste wäre
um die Geiß loszuwerden,

damit die uns nicht weiter zum Narren hält.

Stoffel ist der Ansicht, dass es ja nicht nur darum geht,
sondern hier  ein Mensch  für eine Untat büßt.
Wer das ist und was es für eine Tat war und auch wann es war !!
–> das wüßte  niemand.

Da gäbe es nur Mutmaßungen durch
allerhand Sagen und Legenden.

Aber da gibt es noch eine Sage, wie ich gerade in der Chronik lese
und zwar die vom Feuerteufel der Hereley.

Davon hat Katt aber noch nichts gehört.

Stoffel ließt die Eintragung in der Chronik vor.

In den Dürrejahren , vor etwa hundert Jahren
wo kein Tropfen Regen fiel,
wo nichts gewachsen ist waren die Bauern gezwungen
Ihr Vieh zu verkaufen weil alles Futter aufgezehrt war.
Für einen Apfel und ein Stück Brot bot man die beste Milchkuh an,
denn Fleisch gab es in den Städten in Hülle und Fülle zu kaufen.
Ja hätte man das Fleisch haltbar und aufheben können
oder hätte man Futter kaufen können,
hätten die Bauern keine Not gehabt.

Sogar die Laubbäume wurden fast kahl gemacht, um Futter zu haben,
sie sahen bald aus als sei es Winter.
Kein Grashalm wurde unnütz zertreten.

Bedenke nur man musste bis in den Heilsborn
oder im vollen Bur Wasser holen für Mensch und Vieh.
Ja, sogar die „Pütz“ in den Höfen der Bauern waren leer.

Manche Bauern sind sogar bis zur Elz gefahren
um dort Wasser zu holen,
aber die war auch nur noch ein kleines „Rinnsal“

Katt fragt was das mit der Bradille Geiß zu tun hat ?

Stoffel erzält Katt die Geschichte weiter.

 Der Großbauer   Juseppe Hummes, 
hatte als einziger Bauer saftige Wiesen und Weiden im Tal.
Darum hatte er auch noch Futter für sein Vieh.

Tina, eine arme Witwe aus unserem Dorf musste ihm
seine ihre einzige Milchkuh verkaufen,
weil sie die Schuld von einigen Talern
an ihn nicht bezahlen konnte.
Das war seine Rache dafür, weil sie Ihn als
jugendlichen Freier abgewiesen hatte
und sie den armen,
aber guten Steinhauer Steffes heiratete,
der dann aber danach in der Grube verschollen ist.

Und so geht die Sage weiter:

Bei einer der nächsten Ernten,
die der Hummes einfuhr,
brach ein Unwetter aus,
die Fuhre erreichte gerade noch den Hof
als er vom Blitz getroffen wurde.
Seit dieser Zeit hörte die Familie bei jedem
Blitz den Hilfeschrei des Bauern.
Als dessen Sohn Jochen, damals noch ein Knabe,
heiratete, hielt er sein Versprechen,
das er einst der Mutter Gottes in der
Bradill gegeben hatte.
Er schenkte der armen Witwe,
die beste Kuh seines Stalles
um die Schandtat seines Vaters zu sühnen.

Und seit dieser Zeit hörte man keinen Hilfeschrei
des toten Bauern beim Gewitter mehr,

sodass man davon ausgeht,
dass die Untat gesühnt wurde,

So steht es jedenfalls in der Chronik.

Stoffel erklärt seiner Tochter,
dass man bis heute nicht wisse was geschehen ist,
es wohl immer einen Fluch geben wird,
der  wahrscheinlich ungeklärt bleibt.
Und wie der Pastor und sein Bruder,
der Dechant in Trier ist,sagen
sollte man solchen Märchen keinen Glauben schenken.
Auch das Rätsel um die blaue Milch,
die die Kühe geben und um die schaumig gerittenen
Pferde wir auch noch lange bestehen.

Da kommt der Lehrer des Weges und fragt die beiden,
ob sie  ein kurzes Dankgebet gesprochen haben.
Stoffel bejaht das und berichtet, dass sie gerade über die
Bradille Geiß gesprochen hätten und fragt den Lehrer
was er von den ganzen SPUK-Geschichten hält.

Auch er philosophiert  über die Spukgeschichten
und ist der Meinung das bald etwas passieren wird
aber in 50 Jahren keiner mehr im Dorf über die
Bradille Geiß spricht.

Da es schon spät ist
und langsam dunkel wird gehen alle nach Hause.

Die Laienschauspieler des 1. Aktes
Hummesse Juseb, der listige Bauer
Rainer Nell
Kohlewiesekläs, der gebrochene Witwer mit Ischias und Gicht
Helmut Landvogt
Ammi, die gut gebaute Jungfrau
Karola Göderz
Hannese Stoffel, der Herebauer
Jürgen Caspary
Katt, die Tochter vom Stoffel, die jetzt alle Spukgeschichten kennt
Monika Steffens
Der Lehrer des Dorfes, der schon damals auf alles eine Antwort hatte
— Helmut Lehnert
Unsere betenden und singenden Kinder
Kätchen — Meike Johann
Gretchen — Verena Schulten
Lieschen — Julia Becker
Anton — Leon Steffens
Jakob — Lukas Gersabeck
Bardille Geiß, die uns alle in Angst versetzt hat
Petra Landvogt

Gesangliche Begleitung Claudia Müller
Musikalische Begleitung Monika Steffens

Die zahlreichen Gäste waren trotz des schlechten Wetters begeistert

Nach der Mittagspause, in der die Gäste den frisch
gegrillten Spießbraten mit Beilagen geniesen konnten


und die St. Seb. Schützenbruderschaft Gering 1876 e.V.
die Entwicklung und die Möglichkeiten
die ein Schützenverein in der heutigen Zeit anbieten kann,
präsentiert hat


(nähere Informationen auf der Seite “
Vereine“ oder auf der Homepage des Schützenvereines)


wurde der 2. Akt  aufgeführt.

1885
– ein Arbeitstag und die so wichtige Gemeinderatssitzung

 Grit, die Ehefrau des Schöffe Pitze Jusebe
kommt mit 2 schweren Milchkannen zur Bank
im Unterdorf und schimpft über die viele Arbeit.

Da kommt Sann, die Ehefrau des Gemeinderatsmitgliedes
Pastens Matthes aus dem Oberdorf dazu.

Sann macht sich Sorgen um Matthes,
der seit heute morgen aus dem Haus ist.
Matthes hat Geburtstag und beide sind heute
30 Jahre verheiratet.
Grit versucht Sann zu beruhigen,
doch die ist außer sich vor Wut und
schimpft über die Männerdomäne im Gemeinderat,
über den Schnaps den Matthes wohl getrunken hat
und über den Schützenverein.

Sind mir denn nur da um zu kochen, zu flicken,
zu stopfen, zu waschen und zum Bügeln
und dann noch die Wohnung in Ordnung zu halten,
Kinder zu bekommen und zu versorgen,
im Garten zu schaffen, das Vieh zu füttern und zu melken
und was sonst noch alles dabei kommt
und abends müssen wir dann noch gute Miene zu
bösem Spiel machen, schimpft Sann.

Grit bleibt da etwas ruhiger,
widerspricht Sann und meint,
dass Sann dann besser ins Kloster gehen
sollte um Nonne zu werden
und sich doch zufrieden geben soll.
Sie hätte doch genug zu sagen, jeder wüsste doch,
dass Sann zu Hause die Hose anhat.
Der Matthes wäre doch ein einfältiger Flappes.
Dabei heißt doch schon in der Bibel,
er soll dein Herr sein.

Grit spricht auch für den Schützenverein
mit allen seinen Traditionen.
„Glaube, Sitte und Heimat“ das ist denen Ihr „Panier“,
sagt mein Mann, der Schöffe immer.

 Und was meine Mann sagt, stimmt har genau,
ich muss es wissen, ich bin ja seine Frau,

und der Schützenverein feiert nächstes Jahr
sein10-jähriges Bestehen mit einem großen Fest,
das auch stattfindet wenn Du und dein Matthes
nicht dabei sind, so der Kommentar von Grit.

Als Sann dann hört, dass der Schützenverein ein
religiöser Verein ist und auch der Kehriger Pastor dabei ist,
ändert Sie plötzlich Ihre Meinung,
zumindest über den Schützenverein.

Sann macht sich auf den Heimweg
um den Matthes zu empfangen,
sie bittet Grit dem Matthes schon mal die
Leviten zu lesen falls der zuerst hier vorbeikommt.

Grit ist aber der Meinung das soll Sann selbst machen
und geht jetzt auch, etwas in Sorge, daß der Schöffe
noch nicht aus Koblenz zurück ist, nach Hause.
Sie hofft das Ihr Mann „gut Bescheid“
von der königlich preußischen Regierung hat.

Apolon ist schon dabei die Gaststätte
für die Gemeinderatssitzung vorzubereiten.

Es ertönt laute Musik aus dem Grammophon

als die Gemeinderatsmitglieder Pidder
und Pitzrigesse Dunn in die Gaststätte kommen.

Ihr seid aber heute früh, meint Apolon.
Beide wollten noch etwas mit dem Schöffe,
der noch nicht aus Koblenz zurück ist, besprechen.
Beide bleiben aber da und schnell kommt das Gespräch
auf Sann (die immer noch den Matthes sucht)  und Matthes,
auf deren Hochzeitstag und den Geburtstag vom Matthes.
Und stellen dabei fest, dass beide nicht mit Sann, dem greulich
und kniggeriche Biest, verheiratet sein wollten
und der Matthes lieber mal eine Faust in der Tasche macht
und ein richtiger Wühler wäre.

Plötzlich Gesang von draußen,
der Matthes kommt in die Gaststätte.

Matthes du singst, du bist doch gar nicht
im Gesangsverein lautet der Kommentar von Dunn.
Matthes erklärt seinen Gesang mit seinem heutigen Ehrentag,
seinem Geburtstag und der 30-jährigen Ehe
mit seinem edlen Weib Susanne (Sann).
Beide gratulieren und denken er hat den Tag
mit seiner „edlen“ Sann verbracht.
Aber da haben sich die beiden getäuscht,
denn Sann sagt immer nur
„Schaffe, Schaffe und nochmal Schaffe,
da bleibt für ein Schöppche und Schnäpsche keine Zeit.
Und der Fiez, das Teufelsgesöff, das wäre das wahre
Gesundheitsgetränk so die Meinung von Sann.
Matthes hat aber auf dem Speicher
immer einen „Trester“ stehen
und genehmigt sich Morgens und Abends einen kleinen Schluck.
Sann erzählt er dann dass der Fiez so luftig machen würde.
Matthes hat zur Feier des Tages eine
„Schnapsflasche“ mitgebracht,
Apolon ist entsetzt und will Stoppelgeld.
Apolon will wissen ob Sann den Schnapsgenuss
beim Küssen nicht merkt, aber Matthes  sagt, das Sann meint,
dass das Küssen nach 30 Jahren Ehe doch „LUXUS“  sei.
Pidder ist entsetzt und fragt Matthes
ob seine Sann den Abends keine „Bedürfnisse“ hätte.
Wo denkt ihr hin, mein edles Weib, et Sann, sagt immer,
schlafe und komme nicht auf dumme Gedanken.
Morgen früh „steht der Hof wieder voll Tag“
und dann muss wieder gearbeitet werden
so der Kommentar von Matthes.

Endlich die Kutsche fährt in den Hof.
Apolon ist froh, das nichts passiert ist
und fragt sich wen der Schöffe da mitgebracht hat.

 Der Schöffe kommt in die Gaststätte,
stellt den Herrn Kohlhaas von der
königlichen preußischen Regierung vor
und teilt den drei anwesenden Ratsmitgliedern mit,
dass Herr Kohlhaas an der Gemeinderatssitzung
teilnehmen wird.

Er bittet Apolon für Herrn Kohlhaas etwas zum Essen zurecht zu machen.
Apolon schnappt sich Herrn Kohlhaas
und nimmt Ihn und den Schöffe mit in die Küche.

Dunn fragt sich warum der Schöffe den Herrn Kohlhaas mitgebracht hat.
Pidder ist der Meinung, dass der Schöffe schon wisse
warum er den Herrn von der Regierung mitgebracht hat
und er auch wisse dass man ein Geiß melken muss
und keinen Bock und dabei auch nicht in einen Korb melkt.
Matthes ist überzeugt, dass es immer besser ist zu reden
als zu schreiben und ist der Meinung sich jetzt
noch einen zu genehmigen.
Ratsmitglied Kläs kommt dann langsam in die Gaststätte
und fragt sich passiert ist,
dass bereits vor der Sitzung ein Schnaps getrunken wird.
Die Antworten kommen schnell, der Matthes hat heute Geburtstag
und ist mit seinem edlen Weib 30 Jahre verheiratet. Kläs gratuliert
und  wäre, wenn er es gewusst hätte, bestimmt früher gekommen.
Aber sein Ischias macht ihm schwer zu schaffen.
Er ist dann auch der Meinung dass man ein Schnäpschen trinken
kann solange die Tannen grün sind.
Oder eine Frau im Kindsbett liegt meint der Pidder.

Apolon  kommt wieder herein ist der Meinung,
dass der Herr Kohlhaas ein feiner Mann von der ???
ach! das wollte sie sich doch so gut merken,
auf jeden Fall hat er etwas
mit der Trockenlegung vom Bradill zu tun.
Nachdem das letzte Ratsmitglied Stoffel eingetroffen ist
und sich ebenfalls über die gut gelaunte Runde wundert,
gratuliert er dem Matthes  und erklärt überzeugend,
dass ein guter Schnaps die beste Medizin gegen Magenreißen ist,
er aber immer seiner Frau erzählt dass der Kamillentee geholfen hätte.

Der Schnaps ist aber gut, da spürt man sofort wo der hinläuft
so sein Kommentar.
Kläs ist der Ansicht, dass man bei diesem Schnaps meint,
dass einem die Engelchen in den Hals pinkeln würden.
Apolon ist entsetzt und Pidder findet es halb so schlimm,
denn es sind ja keine Kinder da und der Schöffe hat es auch nicht gehört.
Da hatte sich Pidder aber getäuscht, denn der Schöffe hört alles
und fordert Kläs robust auf rüber zu rutschen und  Seinen Platz
und den für Herrn Kohhaas  frei zu machen.

Er beginnt sofort mit der Gemeinderatsitzung,

 begrüßt alle anwesenden Ratsmitglieder und  Herrn Kohlhaas
von der königlichen preußischen Regierung recht herzlich.
Heute soll mal wieder über die Trockenlegung der
Gemarkungen Bradill und Pesch gesprochen werden,
dafür ist der Herr Kohlhaas extra aus Koblenz mitgekommen
um wichtige Informationen mitzuteilen.
Er erteilt Herrn Kohlhaas das Wort.
Dieser bedankt sich für die Mitnahme und teilt mit,
dass bei der preußischen Regierung keinerlei Bedenken gegen
die Planungen der Trockenlegung,
nach Klärung verschiedener Details, bestehen.

Der Schöffe verkündet nun stolz, dass das Drängen der Gemeinde
und seine Vorsprache etwas genützt haben
und jetzt nur noch Nägel mit Köpf gemacht werden müssen oder ein
Sumpf ohne Geiß.

Nachdem sich alle Gedanken um die Finanzierung gemacht haben,
der Meinung sind, dass endlich etwas getan werden muss,
die Einiger (die immer auf Ihrem Geld festsitzen)
den größten Teil bezahlen sollten und der Schöffe bereits in Koblenz
über die Finanzierung gesprochen hat, teilt Herr Kohlhaas mit,
dass es bereits ein vorläufigen Plan für die Trockenlegung gibt
und die königlich preußische Regierung einen
erheblichen Teil der Finanzierung tragen wird.

Pidder freut sich über diese Aussage
und Kläs möchte am liebsten sofort an die Arbeit gehen.

Nachdem keiner mehr Fragen hat, kommt der Schöffe
zum Beschluß der so niedergeschrieben wird:

Die Gemeinde Gering stimmt der geplanten Trockenlegung
der Gemarkungen Bradill und  Pesch in Zusammenarbeit mit der
Gemeinde Einig und der Regierung in Koblenz zu.

Die königlich, preußische Regierung in Koblenz
soll die erforderlichen Maßnahmen einleiten
.


Der Schöffe fragt ob alle
für diesen Beschluss sind.

Alle stehen auf und nicken bejahend ab.

Da  alle mal wieder einstimmig ab genickt haben beendet der Schöffe
die Gemeinderatssitzung und
bedankt sich bei Herrn Kohlhaas nochmal für die Teilnahme.
Herr Kohlhaas bedankte sich für die Gastfreundschaft
und wünscht allen noch einen schönen Abend.

Dunn regt an auf diese guten Nachrichten
und den Geburtstag vom Matthes doch noch einen Schnaps zu trinken,
und Pidder ergänzt — auch auf den 30-jährigen Krieg
vom Matthes einen zu trinken.

Alle lachen laut , der Schöffe ruft Apolon herein
und wünscht für alle einen Schnaps.

Apolon fragt sich ob die Sitzung gut gelaufen ist,
stellt die Frage ob alle wieder gut ab genickt haben,
dass darauf angestoßen werden soll.
Der Schöffe merkt an dass es 3 Gründe gibt um einen zu trinken.

Er hebt das Glas, prostet dem Matthes auf dessen Geburtstag
und seine 30-jährige Ehe mit seiner Sann zu
und alle trinken auf die königlich preußische Regierung
die mithilft dem SPUK der Bradille Geiß ein Ende zu setzen.

Als alle gut gelaunt das Glas absetzen, plötzlich Lärm von draußen.
Sann stürmt in die Gaststätte

und sucht den Matthes, der sich schnell  hinter den Stühlen versteckt hat.
Sie ist entsetzt über die vielen Schnapsgläser,
bezweifelt das eine Gemeinderatssitzung stattgefunden hat
und sieht den Matthes zwischen den Stühlen,
schnappt Ihn und will nach Hause.

Aber Matthes will den Schnaps noch trinken.
Sann schnappt sich das Glas und will selbst trinken.
Beide setzen sich auf einen Stuhl.
Meine Sann, Mein Matthes.

Rainer Nell berichtet, dass es bis heute nicht überliefert ist
wie lange die am Ende so wichtige aber
feuchtfröhliche Gemeinderatssitzung
und die Versöhnung von Sann und Matthes gedauert hat.

Er beendete jetzt diese Sitzung und stellt die Laienschauspieler
des 2. Aktes vor.

Die Laienschauspieler des 2. Aktes
Grit, Ehefrau von Jusebe dem Schöffe
die ruhige, die weiß was das Wort des Ehemanns bedeutet
Karin Nell
Sann, Ehefrau Pastens Matthes, die ihrem Matthes nur Fiez gönnt,
die Hosen anhat und aus zähem Leder ist
Agnes Schwab
Apolon (Apolonia) , die Wirtin die nicht immer „Medizin“ zu sich nimmt
Monika Pauly
Ratsmitglied Hannesse Stoffel, der Herebauer
Jürgen Caspary
Ratsmitglied Kohlewiesekläs, der gebrochene Witwer mit Ichias und Gicht
Helmut Landvogt
Ratsmitglied Pidder, der nur mit dem Kopf nickt,
aber keine Rede halten möchte
Fritz Müller
Ratsmitglied Pitzrigesse Dunn, er ist der Meinung
dass Abends die beste Zeit zum Küssen ist
Günter Gersabeck
Ratsmitglied Pastens Matthes, der Wühler der sein edles Weib immer noch liebt
Josef Schmitz
Herr Kohlhaas , der feine Herr aus Koblenz
Horst-Dieter Hermani
Pitze Jusebe – Past – Schöffe, der weiß das man eine Geiß melken muss
und nicht den Bock
Klaus Scherer

Nach Kaffee und Kuchen

und den Aktivitäten des Schützenvereins

wurde im 3. Akt die weitere

Entwicklung und die Durchführung der Trockenlegung
der Distrikte Bradill und Pesch vorgetragen.




mehr zum Vogel des Jahres 2013 „Bekassine“

Der Originalplan belegt die Daten

mit den Unterschriften der
königlich preußischen Regierung Koblenz
und dem Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten

Die Kinder kamen nochmal zum Heiligenhäuschen und sangen das Lied


„Vom Teufels Fluch ward befreit“



Ortsbürgermeister Scherer
dankte nochmal allen Beteiligten, Herrn Eisenbürger
(eae-events aus Polch) für die Tontechnik,
und beendete das
3. Brunnenfest
mit allen Akteuren auf der Treppe und dem gemeinsam gesungenen

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Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
werte Gäste

Danke für ein schönes
3. Brunnenfest.
Ich bedanke mich
bei unserem Schirmherrn Martin Decker

bei den Laienschauspielern

Verena Schulten, Julia Becker, Maike Johann, Lukas Gersabeck, Leon Steffens
Karin Nell, Agnes Schwab, Monika Pauly, Monika Steffens, Karola Göderz
Rainer Nell. Helmut Landvogt, Günter Gersabeck, Jürgen Caspary, Josef Schmitz, Fritz Müller,
Helmut Lehnert, Horst-Dieter Hermani

bei der Bradille Geiß — Petra Landvogt

bei Claudia Müller  für die gesangliche Begleitung
bei Monika Steffens für die musikalische Begleitung

bei Barbara Lübke-Becker für die Proben mit den Kindern

beim Festausschuss

Karin und Rainer Nell, Esther und Stefan Wagner, Agnes und Martin Schwab, Günter Gersabeck,
Horst-Dieter Hermani,Hermann Junglas, Boris Zimmerschied

bei den Soffleusen

Gisela Pies und Andrea Scherer

bei der Filmcrew

Josef Schmitz


und Stefan Wagner

 bei  allen Helfern beim Aufbau am Samstag und Abbau am Montag

Aufbau am Samstag  
Abbau am Montag

bei Robert Ollig, der uns das Absperrmaterial
kostenfrei zur Verfügung gestellt hat
.

Mein Dank geht auch an
die Vorstände / Mitglieder

der St. Seb. Schützenbruderschaft — Organisation Kaffee und Kuchen
des SV Gering-Kollig-Einig — Organisation Mittagessen
des Optimalclub — Organsiation Getränke und Glühwein
der Löschgruppe Gering  — Organisation Straßensperrung
des Pfarrgemeinderat  Kollig-Gering — Organisation Bonverkauf

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Vielen herzlichen Dank

an alle Kuchenspenderinnen und Kuchenspender
an alle die den Glühwein gespendet haben

an Boris Zimmerschied – hat die tollen Hindergrundbilder gemalt

 an Martin und Agnes Schwab
– haben Räumlichkeiten und Vorplatz kostenlos zur Verfügung gestellt
an Paul Gilles
– hat den Stromanschluss kostenlos zur Verfügung gestellt
an Rudolf Pauly
– hat das Propangas für die Heizstrahler kostenlos zur Verfügung gestellt
an Günter Gersabeck
– hat  das Holz kostenlos gestellt
an Alois und Andrea Landvogt
– haben Kartoffeln gespendet
an Fam. Laubenthal aus Kollig
– haben das Mobiliar gestellt

an Ljudmila Rosenberg und Seyhmus Aldemir
für Ihren ehrenamtlichen Dienst am Spülmobil

an Verena Schulten und Maike Johann für das  Kinderschminken

Danke an die Ratsmitglieder

Rainer Nell
Toni Schwab
Andrea Landvogt
Theo Reichert
Günter Gersabeck
und Volker Ackermann

für die Unterstützung
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Ich bedanke mich im Namen der
Ortsgemeinde Gering bei unseren Sponsoren

Schirmherr Martin Decker
Kreissparkasse Mayen
RWE Deutschland AG
EVM – Energieversorgung Mittelrhein GmbH
Karst Ingenieure, Nörtershausen

für die Unterstützung des

alle Fotos: von Privat 

Bildergalerie zum Brunnenfest 2013

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